Freie Theater Tage 20. bis 27. Juni 2009

Über SCHWINDELFREI

Mit den Freien Theater Tagen SCHWINDELFREI im Rahmen der 15. Internationalen Schillertagen beteiligen sich das Kulturamt Mannheim und die freie Theaterszene der Region am Schillergedenkjahr 2009.

Ermöglicht wird Schwindelfrei durch die großzügige Unterstützung der Landesstiftung Baden-Württemberg. Das Premierenfestival präsentiert zehn Uraufführungen von etablierten freien Theaterinstitutionen, freien Gruppen und einigen neuen temporären Zusammenschlüssen von Theaterschaffenden aus Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar. Jede Produktion zeigt ihre besondere Sicht auf das gemeinsame Thema, das dem Thema der Internationalen Schillertage entspricht: Ausgehend von Schillers Briefen zur Ästhetischen Erziehung des Menschen und dem Zitat „Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“ ergründen die Produktionen unterschiedliche Spielarten des Menschseins.

Mit dabei als Kooperationspartner sind bekannte Akteure. TiG7 und zeitraumexit arbeiten getreu ihrem Programmprofil mit internationalen Theatermachern und Performern. Third Angel und das Ensemble des TiG7 zeigen die Performance „Homo ludens“, die abwechselnd in deutscher und englischer Sprache zu erleben sein wird. Der Regisseur und Choreograph René Arnold produziert in Zusammenarbeit mit zeitraumexit „Harry L. – Eine Auflösung“ unter Mitwirkung diverser lokaler Akteure wie der Mannheimer Hundeschule “Hunde-Nachhilfe”. Das Theater Felina-Areal ist mit der Produktion „Schillers Rausch und Nachtmahr“ des „Hausherrn“ Sascha Koal vertreten, der seine neue Spielstätte in der Neckarstadt zusätzlich für die Gastinszenierung von Habig / Manz „Die Form vertilgt den Stoff“ öffnet. Das Theater oliv lädt seine Zuschauer zu einer theatralen Talk-Show an ungewöhnliche Orte ein: ins Polizeipräsidium und - nur für schwindelfreies Publikum geeignet – in die Kantine des Collini-Centers im 10. OG. Die Arbeiten der weiteren Gruppen entstehen ebenfalls zum Großteil im städtischen Raum und an Plätzen, die sonst nicht den darstellenden Künsten gewidmet sind: irritierende und unterhaltsame Arbeiten.

Die Bandbreite erstreckt sich vom Kinderspielplatz auf dem Schillerplatz (Schillerspielplatz von Lex & Schmitt) über einen Friseurladen (drama light: „Schiller darf nicht spielen“) bis hin zur Herz Jesu Kirche in der Neckarstadt („Elisabeth Tudor – Homo ludens – eine Rehabilitation?!“ der Gruppe SchmiedStegerWeberRausch). Raumdurchschreitend erleben wird das Publikum das Sidewalk Theater von creative factory „ZartesSehenSüßesHoffen“ und die Produktion „Ich – Schiller 2009 – Heimat gesucht“ mit Mitwirkenden der Theaterakademie Mannheim und Gästen. So unterschiedlich, wie die Orte der Aufführungen, so unterschiedlich sind auch die ästhetischen und inhaltlichen Annäherungen an das Thema.

„Beeindruckt hat mich die Vielfalt, Originalität und Qualität der Projekte, die beim Kulturamt nach der Ausschreibung für schwindelfrei eingereicht wurden. Mit dem Festival wollen wir auch den Startschuss geben für eine neue und bessere Förderung der darstellenden Künste. Denn im Zusammenhang mit SCHWINDELFREI zeigt sich, wie viele kreative Menschen und Ideen in Bereich der darstellenden Künste in der Region vorhanden sind. Diese müssen aber dringend bessere Produktionsbedingungen bekommen, um diese kreative Energie auch umsetzen zu können. Nur mit spartengerechter Förderung, die nicht die Selbstausbeutung der Künstler zur Voraussetzung macht, kann qualitätvolle Kunst entstehen,“ so Sabine Schirra, Leiterin des Mannheimer Kulturamts.

Finanziert werden die Freien Theater Tage SCHWINDELFREI aus zusätzlichen Haushaltsmitteln, die dem Kulturamt im Schillergedenkjahr zur Verfügung stehen, sowie der finanziellen Unterstützung der Landesstiftung Baden-Württemberg. Der Großteil der finanziellen Mittel fließt als Produktionszuschuss direkt in die beteiligten Produktionen.

Ein kleines Schmankerl für eine der teilnehmenden Gruppen hält SCHWINDELFREI noch bereit: Die Inszenierung mit dem interessantesten Zugang zum Thema und der besten künstlerischen Umsetzung wird prämiert. Eine dreiköpfige Jury besucht während der Festivalwoche die Premieren und verleiht erstmalig die SCHWINDELFREI-Trophäe. Der Theaterpreis ist mit 3.000 Euro dotiert und soll die

prämierten Künstler bei ihrer weiteren Arbeit unterstützen. In die Jury berufen wurden Rebekka Kricheldorf, Dramatikerin und ehemalige Hausautorin des Mannheimer Nationaltheaters, Jan Deck, Geschäftsführer des Landesverbandes Freier Professioneller Theater Hessen, und Christian Römer, Geschäftsführer der Neuköllner Oper und in Mannheim im Rahmen des Stadtjubiläums 2007 als berater Darstellende Künste tätig. Die Preisverleihung findet im Anschluss an die letzte Vorstellung im Theater Felina-Areal am 27. Juni statt.

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